Papierqualität

Grafik mit Text: Papierqualität - Unsere Tipps helfen Ihnen, minderwertiges von hochwertigem Papier zu unterscheiden.
verschiedene Papiersorten
verschiedene Papiersorten – Foto: Sorembâ GmbH

Papier ist nicht einfach nur Papier.

Beim Papier für Drucker und Multifunktions­geräte gibt es mehrere Qualitäts­merkmale die in den technischen Daten angegeben werden. Wer sie versteht kann schon vor dem Kauf hochwertiges von minderwertigem Papier unterscheiden.


Papierformat

Das Papierformat, z.B. DIN A4, steht auf der Verpackung.

Das meistgenutzte Papier-Format ist DIN A4, das bedeutet daß ein Blattt Papier 210 mm breit und 297 mm hoch ist.
DIN A4 Blätter kann nahezu jeder handelsübliche Drucker verarbeiten. Ausnahmen sind Drucker für Endlospapier oder für Medien mit besonderen Abmessungen, z.B. Poster oder Etiketten.

In den technischen Angaben des Druckers stehen alle Papierformate die er verarbeiten kann.

Das Papierformat ist auch ein Qualitätsmerkmal, denn hier kann es Abweichungen geben. In der Regel kommen Drucker mit geringen Abweichungen bei den Abmessungen gut zurecht. Die Qualität des Endproduktes leidet unter Umständen sehr, vorallem bei größeren Abweichungen.


Grammatur

Angabe der Grammatur: 80 gsm
Angabe der Grammatur: 80 gsm – Foto: Sorembâ GmbH

Die Grammatur, z.B. 80 g/m², steht auf der Verpackung und wird auch als Flächengewicht bezeichnet.

Die gängigste Grammatur ist 80g/m², das bedeutet dass ein Papierbogen mit einer Fläche von 1 m² 80 g wiegt. Das 80g Papier kann nahezu jeder Drucker verarbeiten. Ausnahmen sind Drucker für Spezialanwendungen.

In den technischen Angaben des Druckers stehen alle Grammaturen die er verarbeiten kann. An diese Angaben sollte man sich auch halten, denn zu dünnes oder zu dickes Papier, also mit einer geringeren bzw. höheren Grammatur, kann im Gerät zu Papierstau und Beschädigung führen.

Die Grammatur kann auch in der englischen Variante “grams per square meter”, abgekürzt mit “gsm” angegeben werden, was übersetzt also auch wieder “Gramm pro Quadratmeter” bedeutet. Somit bedeutet 80 gsm das gleiche wie 80 g/m²

Papier mit geringerer Grammatur

Vorteile

  • es kostet (in der Regel) weniger
  • weil es leichter ist, passen mehr Blätter in ein Kuvert mit Standard-Porto

Nachteile

  • minderwertiges Papier in niedriger Grammatur fühlt sich “bilig” an
  • es knickt leicht und kann zu Papierstau führen, wenn der Drucker für diese Grammatur nicht geeignet ist
  • wird Papier mit geringerer Grammatur beidseitig bedruckt, dann kann der Druck von der Rückseite auf die Vorderseite durchscheinen (und umgekehrt). Für beidseitigen Druck wird in der Regel Papier mit einer Grammatur von 80 g/m² und höher verwendet. Das entscheidende Kriterium für das Durchscheinen ist aber nicht die Grammatur, sondern die Opazität (siehe weiter unten).

Papier mit höherer Grammatur

Vorteile

  • es fühlt sich hochwertiger an
  • der Druck von der Rückseite scheint nicht oder nur kaum durch
  • es knickt nicht so leicht, was je nach Anwendung von Vorteil sein kann

Nachteile

  • es kostet mehr
  • es ist schwerer, das kann beim Versand zu höherem Porto führen
  • bei sehr hoher Grammatur kann es der Drucker nicht mehr verarbeiten
  • falten und binden wird erschwert

Opazität

Die Opazität sagt aus, wie undurchsichtig ein Papier ist, also wie wenig vom Druck auf der Rückseite auf die Vorderseite durchscheint. Was sich nicht nur beim beidseitigen Druck auswirkt, sondern auch bei einseitig bedruckten Blättern die aufeinander liegen.

Die Opazität ist das Gegenteil von Transparenz und bedeutet Undurchsichtigkeit.
0 % Opazität wäre komplett durchsichtig, 100 % Opazität wäre komplett undurchsichtig.

Bei beidseitigem Druck sollte das Papier eine Opazität von mindestens 80% haben, besser sind Werte über 90%.
Je dicker ein Papier ist, also je höher seine Grammatur ist, umso höher ist in der Regel auch seine Opazität, und umgekehrt.


Weißegrad

Am meisten wird weißes Papier verwendet, doch “Weiß” ist bei Papier nicht gleich “Weiß”.

Produktionsbedingt ist Papier nicht immer rein Weiß, sondern hat in der Regel einen mehr oder weniger starken Farbstich. Mit bloßem Auge kann man diesen Farbstich nicht immer sofort erkennen, denn das menschliche Auge lässt sich leicht täuschen. Sieht das menschliche Auge nur das Blatt Papier, so wirkt es fast immer Weiß, auch wenn es einen gelben, rötlichen, grünlichen oder bräunlichen Farbstich hat.

Ob, und in welchem Umfang das Papier einen Farbstich hat, kann man feststellen, wenn man das Blatt Papier neben einem Gegenstand, der richtig Weiß ist, legt. Wie stark und in welchem Farbton der Farbstich ist, sieht man dann im direkten Vergleich sofort.

Auf diese Weise kann man auch zwei verschiedene Papiere vergleichen und herausfinden, welches “weißer” ist.

Der Weißegrad gibt an, wie sehr das Papier an das echte Weiß herankommt. Das Papier ist umso “weißer”, je höher dieser Wert, der bis maximal 171 gehen kann, ist.

Auswirkungen beim Drucken

Beim Drucken von schwarzem Text auf weißem Papier mag ein leichter Farbstich noch unrelevant sein, spätestens wenn man farbiges, z.B. Grafiken, Logos oder Bilder, auf Papier druckt, beeinflusst der Weißegrad auch die Darstellung der einzelnen Farben. Da kann es passieren dass beim Urlaubsfoto der Himmel plötzlich einen Grünstich hat oder die Blätter der Sonnenblume braun statt gelb erscheinen. Farbstiche in den Gesichtern der abgebildeten Personen können unerwünschte Effekte erzeugen, genauso wie Farbstiche auf weißen Gegenständen, z.B. Kleidung. Deswegen empfiehlt es sich auch, Fotos auf hochwertigem Fotopapier zu drucken.

Beispiele Weißegrad nach ISO

  • 55 – 139 geringer Weißegrad, also hoher Farbstich
  • 140 – 159 mittlererWeißegrad
  • 160 – 169 hoher Weißegrad, “hochweiß”, geringer Farbstich
  • ab 170 sehr hoch, fast Reinweiß

Man kann davon ausgehen dass billiges Papier einen höheren bis sehr hohen Farbstich aufweist, Qualitätspapier dagegen hat einen sehr hohen Weißegrad.

Ausschlaggebend ist immer der angegebene Weißegrad. Die Begriffe, z.B. Hochweiß, sind nicht geschützt und werden von den Herstellern für sehr viele Papiere verwendet. Manche Hersteller bezeichnen Papier mit mittleren Weißegraden als “Hochweiß”.


Fazit:

Papier ist nicht gleich Papier.
Es gibt Unterschiede bei der Grammatur, allgemein als „Stärke“ bezeichnet, bei der Weiße und bei der Opazität. Qualitätspapiere erzielen dabei in alle Disziplinen bessere Werte als billige Papiere.
Gewissen Angaben wie „Hochweiß“ sollte man nicht einfach vertrauen, sondern etwas genauer hinschauen.